Beschreibung der Kirche Allinge 


Wir begrüssen Sie in der  Evangelisch-Lutherischen Kirche für die Gemeinde Allinge-
Sandvig. 1569 entstand diese Kirche aus einem spätgotischen Lang-
haus aus Granit und hiess "Alende Capell'. Seitdem ist sie mehrfach
vergrössert und bekam 1892 ihre jetzige Gestalt Sie hat 300 etwa.
Sitzplätze.

Auf dem ALTAR stehen zwei Messingleuchter aus der Mitte des 17.
Jahrhunderts und ein modernes Kruzifix. Das Abendmahlsgerat ist aus
dem 18. Jahrhundert. In dem Deckel der Oblatenschachtel ist der
Name von Pastor Lahs Hansen Mahler eingraviert, der in der
Gemeinde St Ols und Allinge von 1760 bis 1786 seinen Dienst
versah.

Das TAUFBECKEN ist vom Ende des 19. Jahrhunderts, während die
Messingtaufschale später gefertigt ist und der Granitfussboden um das
Taufbecken 1992 gelegt wurde.

Auf vier der fünf Felder der KANZEL von ca. 1650 sieht man Statuen
der vier Evangelisten, während im fünften das Monogramm Frederik
III ist, der von 1648 bis 1670 König von Dänemark und Norwegen
war. Auf den Pfeilern zwischen den Feldern sind Symbole der
Tugenden zu sehen (die von Platon entwickelte Auffassung von vier
Grundtugenden wurde in der christlichen Theologie erweitert.). Die
Kanzel selbst war möglicherweise nicht für Allinge vorgesehen. Doch
ein Schiff, das eine Kanzel transportierte, strandete an der Küste, und
die Kanzel wurde gerettet und in diese Kirche gebracht

Die Kirche hat zwei ORGELN. Die altere Busch-Orgel - mit sechs
Registern ist von 1894 (renoviert 1952 und 1992), - befindet sich auf
der Empore und wird mit einem Blasebalg betrieben, kann also ohne
Elektrizität gespielt werden. Die neuere im nördlichen Querschiff hat
zwölf Register und wurde 1962 von der Firma Fröbenins erbaut.


An der Wand nahe am Taufbecken hangt ein altes KRUZJFIX aus
dem Jahr 1520. Zwei TAFELN an der Südwand des Querscliiffs er-
innern an Besuche dänischer Könige auf Bornholm 1687 und 1750.
Auf der einen Tafel steht:

'Anno 1687 ist am 7. Mai Seine Königliche Majestät König Christian
V. zur frohen Erinnerung der Einwohner dieses Landes mit sechs
Fregatten auf Bornholm in Sandvig eingetroffen, und nachdem Seine
Majestät der König das Schloss Hammershus besehen hafte, setzte er
sofort seine Fahrt nach Renne fort, wo er die Predigt am 8. Mai hörte.

Am gleichen Tag reiste er nach Svaneke und blieb dort bis zum 11.
Mai. Von dort begab sich Seine Königliche Majestät nach Christianso
und kehrte auf Grund von Gegenwind und Sturm auf der Rückreise
wieder zuräck nach Sandvig am 13. Mai. Er logierte sich bei dem
Zeugmeister Niels Jorgensens in Sandvig ein.

Am ersten Pfingsttag, das war der 15. Mai, war Seine Königliche
Majestät in der Kirche Allinge und hörte des Ehrenwerten Propstes
Herrn Povl Anchers Predigt. In dieser Hochmesse taufte der Propst
gleichzeiftig das Kind des Gemeindepfarrers Herrn Jacob Jensen Sodis,
das nach des Königs eigenem Namen Christian benannt wurde. Seine
Königliche Majestät bot sich als Pate an.

Er schickte an seiner Statt zur Taufe den Hochedlen und Wohigebore-
nen Oberst, Oberkommandeur und landrat Herrn Johan Diderich von
Wettberg, Herr zum Hofe Osterup.

Nachdem alles in der Kirche zu Allinge verrichtet war, zog die Maje-
stät wieder nach Sandvig und begehrte sofort die Predigt des Abend-
gottesdienstes von Gemeindepfarrer Herrn Jacob Jensen Sode zu hö-
ren, die in der Wohnung in einem Saal bei Niels Jorgensens gehalten
werden sollte. Nachdem das so erfolgt war, stach Seine Königliche
Majestät unverzüglich in See und kam wohlbehalten mit den vielen
Herren seines Gefolges nach Kopenhagen.

Diese Tafel ist errichtet für die Nachkommen zur Eriunnrung.'
In die WESTEWPORE sind Meine Malereien eingelassen mit primitiven,
aber humorigen Bildern vom Aussehen der hiesigen und der St.Ols-Kirche,
sowie - wahrscheinlich - des Pastorates und der Küster-
wohnung, alles aus dem 18. Jahrhundert.

Hinter der Busch-Orgel an der Westwand finden wir eine ALTE
ALTARTAFEL und den früheren KANZELHIMMEL. Die beiden
Jesusworte an der Tafel lauten: Lasst die Kinder zu mir kommen und
wehret ihnen nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes. -
Darum gehet hin und macht zu Jüngern alle Völker Tauft sie auf den
Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes!' 
Der KRONENLEUCHTER im Chor aus der Mine des 17. Jahrhunderts
soll aus Hammershus sein. 

Das SCHIFF ,NAOS' ist ein Geschenk der örtlichen Seerrumwerei-
nigung 1905 und wurde 1992 renoviert.

Der OPFERSTOCK an der Kirchentür ist ans den ersten Jahren des
18. Jahrhunderts und trägt auf seinem Eisendeckel das geschmiedete
Monogramm König Frederik IV., Herrscher über Dänemark und
Norwegen von 1699 bis 1730.

Den Eingang nir Kirche bildet das sogenannte WAFFENHAUS; in
dem jeder, der die Kirche betrat, seine mitgeführten Waffen abzulegen
hatte. Hier stehen zwei Grabsteine, einer für den lübischen Haupt-
mann von Hammershus, Blasius von Wickeden, der 1547 starb,
und einer für den 1½ jährigen Sohn eines späteren Hauptmanns aus
dem Jahr 1556. Eine Tafel erinnert an die Opfer zweier Pestepedimien
von 1618 und 1654. Ferner finden wir die Namen der hier tätig gewes-
enen Pastoren seh der Reformation Dänemark im Jahr 1536.

Im Turm hängen zwei GLOCKEN. Die kleinere ist möglicherweise
von Salomons Kapelle (am Hammer gelegen) gekommen, trägt aber
weder Inschrirt noch Jahreszahl.

Die grössere ist 1725 in Lübeck gegossen. ,Soli deo gloria (Gott alein

die Ehre)' steht als Inschrift auf einem Akantustisch. An einer Seite
steht ein Vers:
Als der vierte Friedrich trug beider Reiche Bürde
Als Bischof Christen Worm war der Geistlichkeit Hirte
Oberst Niet West war hier Kommandant
Pastor war Mahler und Hans Ancher Propst im Land
Da wurd' ich aufs neue gegossen
nachdem ich schon lange geschnarrt
Allinge Sandvig hat meine Errichtung genossen.
Zur Kirche ich rufe, und zur Erde Wonne und Freuden
am Gerichtstag jedoch eine grössere Glocke läuten.

Draussen blicken wir auf die UHR AM TURM: Sie ist eine Besonder-
heit. Wenn man ihr trauen kann, wird es in in Allinge niemals neun Uhr, 
weder tags noch nachts? Der Maler des Zifferblattes wusste nich
eine römisch Neun (IX) aussieht!

Bei der Kirche ist ein Kleiner FRIEDHOF Hier steht seit 1876
Runenstein aus Klemenskert mit der Irsschrift: ,Brune und seine
der (liessen diesen Stein errichten) für ihren Vater Thorlak und
Bruder Esge.' Ein Grabstein aus rotem Nexosandstein aus dem Jahr
1773 wurde für die Familie des königlichen Stadt-, Gerichts- und
Kreisschreibers Lars Andersen Birch und einer aus grauem Kalkstein
ca. 1797 für Staatsanwalt Michel Pederson Gronbech errichtet

Trotz einer Erweiterung 1854 wurde der Friedhof zu Mein und west-
lich der Stadt wurde 1864 der NEUE FRIEDHOF mit einer Kapelle
eingerichtet. Dort, etwa 500 m von der Kirche entfernt, finden heute
die Bestattungen statt. Im östlichen Teil liegen 55 deutsche Soldaten
und Flüchtflige, Opfer des zweiten Weltkrieges, wie die Inschrift
besagt, begraben. Westlich des Friedhofs sind die Gräber und
Gedenksteine für die auf Bornholm im Zusammenhang mit dem
zweiten Weltkrieg gefallenen russischen Soldaten.

DIE KIRCHE SEIT 1992: Vom 1. Juli bis 22. November 1992 ist
die Kirche umfassend renoviert.